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„Die Glucke vom Gäu“ – Die Stiftskirche in der Altstadt von Herrenberg

23. November um 15:0017:30

- 18,00€

Die Stiftskirche ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Herrenberg und beherrscht, am Schlossberg thronend, das gesamte Tal. Auf Grund dieser Lage wird sie scherzhaft in Anlehnung an eine über ihre Küken wachende Henne als „Glucke vom Gäu“ bezeichnet. Die Kirche entstand im 13. Und 14. Jahrhundert in zwei Bauabschnitten. Sie ist die erste gotische Hallenkirche Württembergs und besitzt in der Westwand des Turmunterbaus die älteste Rosette Schwabens. Nachdem jedoch schon 1749 die beiden gotischen Türme abgebrochen wurden, präsentiert sich der Bau seither mit seiner markanten barocken Zwiebelhaube. Da der Schlossberg, auf dem die Kirche steht, nicht stabil ist, wandert der Untergrund und mit ihm die Kirche jährlich um einen Millimeter auf die Altstadt zu. Daher waren zwischen 1971 und 1982 umfassende Renovierungs- und Sanierungsarbeiten notwendig.
Doch nicht nur die Architektur besticht durch ihre klare Gestaltungsweise, auch die Ausstattung lässt staunen. So beherbergt die Kirche bedeutende Kunstwerke des 15. Und 16. Jh., darunter die Steinkanzel, den Taufstein und das Chorgestühl mit Schnitzereien aus der Werkstatt des Christoph von Urach, geschreinert von Heinrich Schickhardt, dem Großvater des bekannten Landesbaumeisters Heinrich Schickhardt, einem der größten Söhne Herrenbergs. Lediglich der überaus bedeutsame Hochaltar von Jerg Ratgeb aus den Jahren 1519/21 befindet sich heute in der Staatsgalerie in Stuttgart.
Dafür steht seit 2015 auf der Empore eine Nachbildung des berühmten Mömpelgarder Altars. Das Original wurde von dem berühmten Sohn der Stadt, dem Maler Heinrich Füllmaurer, um 1540 geschaffen und steht im Kunsthistorischen Museum in Wien. Doch auch die Kopie legt mit ihren 157 Bildern biblischer Szenen ein beeindruckendes Zeugnis ab von der bildlichen Unterweisung in den Anfangsjahren der Reformation. Das Werk, im Auftrag von Graf Georg von Württemberg, Regent der Grafschaft Mömpelgard, geschaffen, ist neben dem hochkarätigen Gothaer Altar das zweite herausragenden Werk des Malers, der für das Haus Württemberg tätig war.

Details

Datum:
23. November
Zeit:
15:00 – 17:30
Eintritt:
18,00€
Kategorien:

Veranstalter

keb Reutlingen

Weitere Angaben

Referentin
Ulla Katharina Groha M.A., Kunsthistorikerin und Museumspädagogin
Anmeldeschluss
16.11.2018
Anmeldung bei
keb Reutlingen, Tel: 07121-1448420

Veranstaltungsort

Stiftskirche Herrenberg (Haupteingang) Herrenberg
Kirchgasse 7
Herrenberg, Deutschland