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Kursreihe: Blick in das Kaleidoskop der Menschheitsgeschichte. Kulturgeschichte und ihre Bilder: Das Licht der Moderne oder die Emanzipation der Farbe

14. Mai um 19:3021:45

- 10,00€

Kunstwerke lassen tiefer blicken. Sie eröffnen und ermöglichen in vielfachem Sinne des Wortes Einsichten. Wenn der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel von der Philosophie sprach als „ihre Zeit in Gedanken verfasst“, so gilt dies gerade für die Kunst. In jedem Kunstwerk begegnet uns die jeweilige Zeit, begegnen uns die Epochen mit ihrem Verständnis von Welt und Leben des Menschen. Hier hebt sich der Schleier der Vergangenheit, wird die Geschichte menschlichen Fühlens und Denkens erkennbar, leuchtet das Welt- und Daseinsverständnis, das Empfinden, die Höhen und die Brüche ganzer Epochen auf. Hier kommen deren Fundamente samt den zugehörigen Architekturen zum Vorschein.
Das Kolleg will über die Erschließung zentraler, für die Zeit, in der sie stehen, exemplarischer Werke solche Annäherungen an die Kultur der jeweiligen Epochen bieten, deren Weltsicht, deren Verständnis von Gott und Mensch freilegen. Dies geschieht nicht nur in der Betrachtung und Analyse der vorgestellten Werke, die Bildbetrachtungen begleiten Texte, Werke der Dichtung, die auf ihre Weise das Gesehene zu vertiefen und zu erhellen vermögen.
Mit vier neuen, selbständigen Themen bietet die Vortragsreihe eine Fortsetzung des im Herbst 2016 begonnenen Kollegs. Wiederum reicht die Spannbreite von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und zur Gegenwart.
Einbezogen ist außerdem ein Thema des lokalen Kunstschaffens des Kulturraums Rottenburg, in dem sich zugleich ein bedeutender Reflex der damaligen europäischen Kunst zeigt wie im Oberndorfer Altar.
Um Kunstwerken im Original zu begegnen, werden die Vorträge ergänzt durch zwei Exkursionen. Die eine führt nach Oberndorf bei Rottenburg zum „Oberndorfer Altar“, die andere in die Staatsgalerie Stuttgart mit seinen Werken der klassischen Moderne.

Das Licht der Moderne oder die Emanzipation der Farbe:
Die Entdeckung, die Befreiung der Farbe ist einer der ganz großen, die Kunst der Moderne kennzeichnenden Vorgänge. Wurde noch in den Ästhetiken des 19. Jahrhunderts Farbe von ihrer Bindung an die Form betrachtet, löst sich dieser Zusammenhang. Farbe wird als eigene Sprache wahrgenommen bei William Turner (1775-1851), Paul Gauguin (1848-1903), Vincent van Gogh (1853-1890) und Paul Cézanne (1839-1906). Im Sturm geradezu erobern die Meister des Expressionismus wie Alexej von Jawlensky (1864-1941), Franz Marc (1880-1916), August Macke (1887-1914), Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Karl Schmidt-Rotluff (1884-1976) das Terrain der Farbe. Paul Klee (1879-1940), der zuvor graphisch und schwarzweiß arbeitet und notiert bei einer seiner Nordafrikareisen zwischen 1911 und 1914: „Die Farbe hat mich, Ich und die Farbe sind eins, Ich bin Maler.“ Er wird einer von denen, die fortan das Universum der Farbe unentwegt durchstreifen. Schließlich steht der amerikanische abstrakte Expressionismus, stellvertretend seien genannt Barnett Newman (1905-1970) und Mark Rothko (1903-1970) im Banne der Farbe, um anzudeuten, welche Weiten sich hier öffnen. In der Farbe zeigt sich das Licht der Moderne.

Details

Datum:
14. Mai
Zeit:
19:30 – 21:45
Eintritt:
10,00€
Kategorien:

Veranstalter

keb und vhs Rottenburg

Weitere Angaben

Referent
Prof. Wolfgang Urban
Leistungen
10 Euro oder 35 Euro für die gesamte Vortragsreihe mit 4 Terminen

Veranstaltungsort

vhs Hauptgebäude, Raum 204, 2. OG Rottenburg
Sprollstraße 22
Rottenburg, Deutschland