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Kursreihe: Blick in das Kaleidoskop der Menschheitsgeschichte. Kulturgeschichte und ihre Bilder: Der Bildraum als Weltraum oder Perspektive als symbolische Form

9. April um 19:3021:45

- 10,00€

Kunstwerke lassen tiefer blicken. Sie eröffnen und ermöglichen in vielfachem Sinne des Wortes Einsichten. Wenn der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel von der Philosophie sprach als „ihre Zeit in Gedanken verfasst“, so gilt dies gerade für die Kunst. In jedem Kunstwerk begegnet uns die jeweilige Zeit, begegnen uns die Epochen mit ihrem Verständnis von Welt und Leben des Menschen. Hier hebt sich der Schleier der Vergangenheit, wird die Geschichte menschlichen Fühlens und Denkens erkennbar, leuchtet das Welt- und Daseinsverständnis, das Empfinden, die Höhen und die Brüche ganzer Epochen auf. Hier kommen deren Fundamente samt den zugehörigen Architekturen zum Vorschein.
Das Kolleg will über die Erschließung zentraler, für die Zeit, in der sie stehen, exemplarischer Werke solche Annäherungen an die Kultur der jeweiligen Epochen bieten, deren Weltsicht, deren Verständnis von Gott und Mensch freilegen. Dies geschieht nicht nur in der Betrachtung und Analyse der vorgestellten Werke, die Bildbetrachtungen begleiten Texte, Werke der Dichtung, die auf ihre Weise das Gesehene zu vertiefen und zu erhellen vermögen.
Mit vier neuen, selbständigen Themen bietet die Vortragsreihe eine Fortsetzung des im Herbst 2016 begonnenen Kollegs. Wiederum reicht die Spannbreite von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und zur Gegenwart.
Einbezogen ist außerdem ein Thema des lokalen Kunstschaffens des Kulturraums Rottenburg, in dem sich zugleich ein bedeutender Reflex der damaligen europäischen Kunst zeigt wie im Oberndorfer Altar.
Um Kunstwerken im Original zu begegnen, werden die Vorträge ergänzt durch zwei Exkursionen. Die eine führt nach Oberndorf bei Rottenburg zum „Oberndorfer Altar“, die andere in die Staatsgalerie Stuttgart mit seinen Werken der klassischen Moderne.

Der Bildraum als Weltraum oder Perspektive als symbolische Form:
Große Kunstwerke repräsentieren in sich das Weltbild und die Weltsicht, die „Weltanschauung“ von Epochen. Wandlungen des Bildraums verdeutlichen Wandlungen des Weltverständnisses. In der europäischen Kunst vollzog sich im Übergang vom Spätmittelalter ein entscheidender Schritt im Wechsel von den Goldhintergründen zu einer mathematisch-geometrischen Anlage der Ordnung Bildes mit dem Durchbruch zum zentralperspektivischen Bildraum im 15. und 16. Jahrhundert, repräsentiert von so großen Meistern wie Piero della Francesca (um 1420-1492), Andrea Mantegna (1431-1506), Leonardo da Vinci (1452-1519) oder Albrecht Dürer (1471-1528). Die Perspektive wird, um eine Einsicht des bedeutenden Kunsthistoriker Erwin Panofsky heranzuziehen, zur „symbolischen Form“.
An der Schwelle der Moderne wiederum zerbricht beginnend bei Paul Cézanne (1839-1906) die überkommene Bildordnung, wird wie in den Stillleben der Kubisten Pablo Picasso (1881-1973), Georges Braque (1882-1963) oder Juan Gris (1887-1927) das Ding zum Inbegriff von Welt und Weltraum.

  • Weitere Termine: 23.04., 14.05.2018

Details

Datum:
9. April
Zeit:
19:30 – 21:45
Eintritt:
10,00€
Kategorien:

Veranstalter

keb und vhs Rottenburg

Weitere Angaben

Referent
Prof. Wolfgang Urban
Leistungen
10 Euro oder 35 Euro für die gesamte Vortragsreihe mit 4 Terminen

Veranstaltungsort

vhs Hauptgebäude, Raum 204, 2. OG Rottenburg
Sprollstraße 22
Rottenburg, Deutschland