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Kursreihe: Blick in das Kaleidoskop der Menschheitsgeschichte. Kulturgeschichte und ihre Bilder: Die Zeit der Wandelaltäre oder Zusammenspiel von Bildhauerkunst und Malerei

23. April um 19:3021:45

- 10,00€

Kunstwerke lassen tiefer blicken. Sie eröffnen und ermöglichen in vielfachem Sinne des Wortes Einsichten. Wenn der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel von der Philosophie sprach als „ihre Zeit in Gedanken verfasst“, so gilt dies gerade für die Kunst. In jedem Kunstwerk begegnet uns die jeweilige Zeit, begegnen uns die Epochen mit ihrem Verständnis von Welt und Leben des Menschen. Hier hebt sich der Schleier der Vergangenheit, wird die Geschichte menschlichen Fühlens und Denkens erkennbar, leuchtet das Welt- und Daseinsverständnis, das Empfinden, die Höhen und die Brüche ganzer Epochen auf. Hier kommen deren Fundamente samt den zugehörigen Architekturen zum Vorschein.
Das Kolleg will über die Erschließung zentraler, für die Zeit, in der sie stehen, exemplarischer Werke solche Annäherungen an die Kultur der jeweiligen Epochen bieten, deren Weltsicht, deren Verständnis von Gott und Mensch freilegen. Dies geschieht nicht nur in der Betrachtung und Analyse der vorgestellten Werke, die Bildbetrachtungen begleiten Texte, Werke der Dichtung, die auf ihre Weise das Gesehene zu vertiefen und zu erhellen vermögen.
Mit vier neuen, selbständigen Themen bietet die Vortragsreihe eine Fortsetzung des im Herbst 2016 begonnenen Kollegs. Wiederum reicht die Spannbreite von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und zur Gegenwart.
Einbezogen ist außerdem ein Thema des lokalen Kunstschaffens des Kulturraums Rottenburg, in dem sich zugleich ein bedeutender Reflex der damaligen europäischen Kunst zeigt wie im Oberndorfer Altar.
Um Kunstwerken im Original zu begegnen, werden die Vorträge ergänzt durch zwei Exkursionen. Die eine führt nach Oberndorf bei Rottenburg zum „Oberndorfer Altar“, die andere in die Staatsgalerie Stuttgart mit seinen Werken der klassischen Moderne.

Die Zeit der Wandelaltäre oder Zusammenspiel von Bildhauerkunst und Malerei:
Die Zeit vom 15. bis zum frühen 16. Jahrhundert ist die Epoche der großartigen Wandel- oder Flügelaltäre mit überragenden Schöpfungen in der Bildschnitzerei und der Malerei. Sie führt um 1515 zu Gipfelpunkten der Entfaltung der Bildenden Künste wie dem Isenheimer Altar des Matthias Grünewald (um 1470-1528) und des Bildhauer Niklaus Hagenauer. „Die Zeit der Bildschnitzer“ charakterisiert apostrophierend der angelsächsische Kunsthistoriker Michael Baxandall diese Phase der Spätgotik im 1533) Übergang zur Neuzeit im deutschen Sprachraum. Niclaus Gerhaert van Leyden (um 1420-1473), Michael Pacher (um 1440-1498), Veit Stoß (1445-1533), Tilman Riemenschneider (um 1460-1431) seien nur stellvertretend für die stolze Phalanx von Meistern genannt dieses Zeitraumes genannt. Michael Pacher selbst ist Maler gewesen, ebenso der Bildhauer Hans Multscher (um 1400-1468). Herausragende Zeugnisse blieben nicht zuletzt in Baden-Württemberg erhalten in Altarwerken wie dem frühe Maulbronner Altar von 1432, dem Crailsheimer Altar um 1492, dem Blaubeurer Altar 1494, dem Bingener Altar 1503/05 oder dem Oberndorfer Altar der Zeit um 1505.

  • Weitere Termine: 14.05.2018

Details

Datum:
23. April
Zeit:
19:30 – 21:45
Eintritt:
10,00€
Kategorien:

Veranstalter

keb und vhs Rottenburg

Weitere Angaben

Referent
Prof. Wolfgang Urban
Leistungen
10 Euro oder 35 Euro für die gesamte Vortragsreihe mit 4 Terminen

Veranstaltungsort

vhs Hauptgebäude, Raum 204, 2. OG Rottenburg
Sprollstraße 22
Rottenburg, Deutschland